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Olympisches Dorf Berlin (Elstal)

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g28-02 Der ehemalige Waldsee, fast komplett ausgetrocknet, mit dem Fundament der Sauna.
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g28-05 Frontansicht des Hindenburg Hauses mit dem Eingangsportal.
g28-06 Das Hindenburg Haus aus einem anderem Blickwinkel.
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g28-09 Ein Wandbild wurde zu Ehren Lenins in der Zeit der russischen Besatzung gemalt.
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g28-11 Innenhof vom Speisehaus der Nationen.
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g28-13 Die Schwimmhalle.
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g28-15 Eine Ecke vom Haus Berlin.
g28-16 Der Sportplatz wird noch heute gepflet und gehegt. Dort wird noch Sport betrieben. Im Hintergrund ist die Turnhalle zu sehen.



Zahlen, Daten, Fakten

Name: Olympisches Dorf Berlin (Elstal)
Nummer: g28
Fotograf: Dolomanic
hinzugefügt am: 18.06.2013 || 21:31
Bereich(e): Architektur, Landschaft, Schwarzweiss
Anzahl der Bilder: 16
Kamera: Nikon D5000


Hintergrund:
Im Nachfolgenden gehe ich auf die Geschichte des Dorfes ein. Hauptmerkmal liegt auf dem Zeitraum während der Sommerspiele 1936 in Berlin.

Das olympische Dorf der Sommerspiele 1936 in Berlin liegt ca. 17 km Luftlinie vom Olympiastadion entfernt. Mittlerweile zählt das Gelände zu Wustermark Ortsteil Elstal. Von den Brüdern Werner und Walter March wurde das Dorf geplant und im Zeitraum von 1934 bis 1936 gebaut. Es ist das erste olympische Dorf aus massiven Häusern, denn die Nationalsozialisten wollten das Gelände anschließend weiter für militärische Zwecke nutzen. So mussten die Architekten Gebäude entwerfen, die zwei Funktionen erfüllen sollten.

Ehemals gab es 137 einstöckige Gebäude sowie fünf zweistöckige Gebäude zur Unterkunft der ca. 4800 männlichen Sportler und Betreuer. Die ca. 500 Sportlerinnen wohnten in der Nähe des Olympiastadions. Darüber hinaus umfasste das Dorf ein Kommandohaus, eine Turnhalle, eine Schwimmhalle, ein Empfangsgebäude, ein Unterhaltungsgebäude, ein Fernheizwerk, eine Wäscherei, ein Speisehaus, ein Ärztehaus, eine Sauna mit künstlich angelegtem See... Insgesamt waren es 161 Gebäude, verbunden durch ca. 6,5 km Straßen.

Das Hindenburg Haus diente während den Sommerspielen zu Unterhaltungszwecken. Aufgrund der vielen Bewohner des Dorfes sollte der Veranstaltungsraum ca. 1000 sehr enge Sitzplätze fassen. Der Raum ließ sich vollständig verdunkeln und wurde über die Decke belüftet. Die zweigeteilte Bühne umfasst einige Besonderheiten. Im hinteren Teil konnte das Orchester sitzen, so war im Raum mehr Platz für die Besucher vorhanden. Die Bühne konnte in den Boden versenkt werden, die Darsteller mussten so nicht mehr durch das Publikum oder von hinten kommen, um auf die Bühne zu gelangen. Von den Umkleidekabinen führte so ein Weg direkt ins Theater. Außerdem war es möglich, den Raum für Filmvorführungen zu nutzen. In kurzer Zeit konnten die Theatervorhänge gegen eine Leinwand getauscht werden.

Das Haus wurde zu Ehren Hindenburgs benannt. Alle anderen Häuser des olympischen Dorfes trugen Namen deutscher Städte (z.B. Weimar, Berlin, Meißen...) Im Hindenburghaus befanden sich außerdem noch Trainingsräume für Fechter, Boxer und Ringer, weiterhin fanden sich hier die Räume der verschiedenen Religionen.

Nach den olympischen Spielen wurde das Gebäude von der Wehrmacht als Infanterieschule genutzt.

Das Empfangsgebäude beherbergte viele kleine Geschäfte, dazu zählten unter anderem ein Buchladen und die Post. Während des zweiten Weltkriegs wurde es von der Wehrmacht genutzt. Heute ist es nicht mehr vorhanden, die Zerstörung durch eine Bombe wird durch Luftbilder vom 20.04.1945 ausgeschlossen. Vermutlich wurde es von der Wehrmacht komplett zerstört, um Beweise zu vernichten.

Das Haus der Nationen (Haus Berlin) hat den Grundriss einer Ellipse. Die Architekten legten großen Wert auf die Erhaltung der natürlichen Gegebenheiten, so wurden sogar bereits alte, große Bäume erfolgreich umgepflanzt. Aus diesem Grund ist das Speisehaus treppenartig in den Hang gebaut. Vom Innenhof aus Richtung Südosten hat es 3 Stockwerke, von außen betrachtet nur zwei. In dem Haus waren 38 Speisesäle mit jeweils einer eigenen Küche zur Bewirtung der Sportler.
Anschließend wurde das Gebäude durch die Wehrmacht als Lazarett genutzt.

Die Turnhalle befindet sich noch in einem sehr guten Zustand. In den letzten Jahren wurde die Schwimmhalle teilweise restauriert. Die Schwimmhalle mit 12 x 25 Metern hatte 5 Bahnen und ein Drei-Meter-Sprungbrett. Viele der bungalowartigen Wohnhäuser wurden während der sowjetischen Besetzung abgetragen und zum Wiederaufbau Berlins genutzt. Sie sind nur noch als Fundamente erkennbar.
Die finnische Sauna am Waldsee ist zur Zeit der sowjetischen Besatzung abgebrannt und ebenfalls nur noch als Fundament sichtbar. Durch Grundwasserabsenkungen beim Bau von mehreren Plattenbauten zur Unterbringung der Soldaten und ihrer Familien ist der See fast vollständig verschwunden. Der künstliche Waldsee wurde vom jetzigen Träger (DKB) des olympischen Dorfes in Elstal teilweise wieder ausgebaggert, nachdem er nahezu komplett verschwunden war.

Quelle: Führung durch das olympische Dorf durch eine Mitarbeiterin der DKB.

Es gäbe noch viel mehr über das olympische Dorf zu berichten, allen geschichtlich Interessierten empfehle ich einen Besuch im olympischen Dorf. Mit zwei Euro ist der Eintritt pro Person meiner Meinung nach sehr günstig und für drei Euro mehr bekommt man eine ca. zwei-stündige Führung geboten. Bei dieser ist es möglich, Einblicke in das Innere des Hindenburghauses, die Turn- und Schwimmhalle sowie des Speisehauses zu haben.
Weitere Informationen zu Veranstaltungen, Öffnungszeiten, Preisen u.v.m. gibt es auf der Webseite der DKB.



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